BG-Schulsanitäter sind Landessieger!!

Beim 17. landesweit ausgeschriebenen Erste-Hilfe-Turnier für fortgeschrittene Schulsanitätsgruppen, diesmal in Mannheim, am Samstag, 19. März 2011 ließ die Schulsanitätsgruppe des Burggymnasiums Schorndorf im Ergebnis die anderen Schulsanitätsgruppen mit 31 Punkten weit hinter sich und erhielt zum dritten Mal seit 2007 den von Prinz Ulrich von Baden gestifteten wertvollen Wanderpokal und damit die Auszeichnung als derzeit beste Schulsanitätsgruppe in Baden-Württemberg.

6 Schüler und Schülerinnen der Klassen 11/12 des BGs stellten sich den anspruchsvollen Aufgaben. Beteiligt waren diesmal: Philipp Schellenberger, Robin Hutt, Lara Maser, Lina van Nie, Betül Özbek, Anika Fauland, 3 ehemalige Schüler als Betreuer und Frau Vaihinger als für´s BG verantwortliche Lehrerin.

Zum Turnier waren nur wirklich fortgeschrittene Schulsanitätsgruppen, d.h. Gruppen, die schon einige Zeit erfolgreich arbeiten, eingeladen. Beteiligt waren 15 Schulen mit ca. 150 Schulsanitätern und Begleitern.
In verschiedenen Prüfungssituationen mussten diese sowohl Gruppen-, als auch Einzelaufgaben bewältigen. Die dabei perfekt geschminkten und in Szene gesetzten Mimen boten den Schulsanis ein realistisches Bild einer möglichen Notfallsituation. Beispielsweise wurden sie in den Physiksaal gerufen. Es gab zwei Verletzte bei einem Versuch mit Federmessern. Der verantwortliche Lehrer hatte den Saal mit den übrigen Schülern verlassen und den Schulsanitätern nun die Betreuung der Verletzten überlassen. Sofort wurde die leichenblasse Schülerin von Philipp und Anika auf den Boden verbracht und in Schocklage gelegt um eine Ohnmacht der Verletzten zu verhindern. Derweil verschaffte sich Robin einen Überblick über die Gesamtsituation und verständigte die Rettungsleitstelle. Lina und Betül kümmerten sich zwischenzeitlich um die zweite Verletzte und den in ihrer Hand steckenden Teil des Federmessers. Es galt diesen zu stabilisieren und die Wunde dabei steril abzudecken, dabei die Verletzte zu beruhigen und sie trotz anfänglicher Weigerung davon zu überzeugen, sich hinzulegen. Pro Verletzten beurteilte ein Prüfer des Deutschen Roten Kreuzes die Hilfeleistung und besprach anschließend sein Ergebnis mit den Schülern. In diesem Falle gab es die Bestnote von 100 Punkten für die professionelle Betreuung der Verletzten.

Bei der Einzelaufgabe wurden die Schulsanitäter zu verschiedenen möglichen Schulunfällen gerufen. Reihum mussten verschiedene Verunfallte von jedem Schulsanitäter behandelt werden.

In einem dritten Prüfungsteil wurde anhand von Fragebögen das theoretische Wissen der Schulsanitäter auf die Probe gestellt.
Neben Informationen über die Arbeit von Henri Dunant als Gründer des Roten Kreuzes und der neuen Kampagne „Helfen warum?“ wurden die Schulsanitäter in einem Weiterbildungsangebot mit dem Umgang einer samsplint-Schiene zur Stabilisierung von Brüchen und Gelenksverletzungen geschult und bekamen anschließend ein Exemplar für ihren Schulsanitätsdienst geschenkt.

Seit 22 Jahren gibt es in Baden-Württemberg Schulsanitätsgruppen. Ungefähr 600 Schulen werden über das DRK inzwischen im Schulsanitätsdienst unterstützt. Die betreuenden Lehrer werden in der Landesschule des DRK in Pfalzgrafenweiler eine Woche zum Erste-Hilfe-Ausbilder geschult, bilden dann ihre Schulsanitäter selber aus und erhalten Hilfe und Ausbildungsmaterialien über die Orts-und Kreisverbände des DRK. Im Rems-Murr-Kreis besteht seit einigen Jahren ein vom Kreisverband Waiblingen in regelmäßigen Abständen angebotenen „Runden Tisch“ für alle die einzelnen Schulsanitätsgruppen betreuenden Lehrkräfte die Möglichkeit zu Austausch und Weiterbildung. Hierbei wurde letztes Jahr ein 32-stündiges Weiterbildungsangebot für interessierte Schulsanitäter, das Themen der Sanitätsausbildung A – C beinhaltet, ins Leben gerufen. 5 der am Sanitätsturnier beteiligten 6 Schüler des Burg-Gymnasiums hatten letztes und dieses Jahr an diesem Angebot begeistert und erfolgreich teilgenommen. Dafür bedankt sich das Burg-Gymnasium vielmals bei Frau Steinacker vom Kreisverband mit einem Frühlingsstrauß.

Das Burggymnasium selber hat seit 2001 eine Schulsanitätsgruppe. Dabei haben täglich 3 der im Moment 42 Schulsanitäter der Klassen 9 – 13 Schichtdienst, d.h. sie holen sich morgens vor Schulbeginn im Sekretariat ihr Funkgerät ab und werden dann im Notfall von den Sekretärinnen gerufen, betreuen den Erkrankten oder Verletzten im Schulsanitätsraum und müssen innerhalb kürzester Zeit geeignete Maßnahmen ergreifen wie Versorgung von Wunden, Blutdruck messen, Wärmflasche für Bauchweh bereiten, Benachrichtigung der Eltern wenn kein weiterer Schulbesuch mehr möglich ist oder auch im Notfall Begleitung zum nahegelegenen Arzt. Neben „Bagatellfällen“ ergeben sich immer wieder auch echte Notfälle wie ein epileptischer Anfall, Knochenbruch, ein ausgeschlagener Zahn und dergleichen. Alle Behandlungen durch den Schulsanitätsdienst werden in Karteikarten notiert, sodass eine umfangreiche Dokumentation über die Erkrankungs- bzw. Verletzungslage am Burggymnasium besteht, die in regelmäßigen Abständen auch statistisch ausgewertet wird. Um diesen Situationen gerecht zu werden erhalten alle Schulsanitäter eine Erste-Hilfe-Ausbildung, die vom Roten Kreuz bescheinigt wird. Um immer auf dem neuesten Stand des Wissens zu bleiben treffen sich alle Schulsanitäter regelmäßig zur Fortbildung, d.h. zum Üben, zum Austausch über Ereignisse der Woche und zur Information über neue Erkrankungen bei Schülern.

Frau Vaihinger, Sport- und Biologielehrerin am BG, ist verantwortlich für Ausbildung, Betreuung und Organisation des Schulsanitätsdienstes.
Schorndorf, den 23. März 2011
B. Vaihinger