Russlandaustausch 2017

Letztes Jahr durften unsere russischen Austauschschüler in unser Leben und in unsere Familien hineinschauen. Dieses Jahr waren wir an der Reihe und durften in ihr Leben eintauchen.
Jeder von uns hat Neues erlebt, was wir gerne mit Euch teilen würden.
Dazu haben wir verschiedene, kleine Abschnitte zu unseren Eindrücken gesammelt.

Ausflug nach Sergiew Posad
Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus nach Sergjew Posad. Dort besuchten wir eine der größten Klosteranlagen Russlands. Zum Glück hatten wir eine Führung auf Deutsch. Der Guide berichtete auch über die Universität, die zu dem Kloster gehört. Später besuchten wir noch ein Matrjoschka-Museum. Dort sahen wir sowohl die kleinste als auch die größte sowie die älteste Matrjoschka der Welt. Am Ende bemalten wir eine eigene Matrjoschka. Alles in allem war der Tag sehr interessant und gut gestaltet.
Von Pia Birkenmaier und Antonia Klamett

Die Schule "Logos" in Dmitrov
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Schule "Logos" in Russland sich sehr von den Schulen in Deutschland unterschieden hat. Man hat das schon gemerkt, als wir zum ersten Mal dort ankamen. Bevor wir unseren Schultag starten durften, mussten wir über unsere Schuhe Plastikhüllen ziehen, damit die Flure und Klassenzimmer im Schulhaus sauber blieben. Die Schule sehr gepflegt, das Gebäude sowie auch die Schüler/Schülerinnen und Lehrerinnen: Alle waren sehr schick und fein angezogen, neunzig Prozent der Mädchen haben immer einen Rock/ein Kleid mit Bluse dazu getragen, und die Jungs sind teilweise sogar mit Krawatte und Jackett im Unterricht erschienen. Dieser war auch anders als in Deutschland: Die Schüler haben sich nicht gemeldet, sondern haben meistens einfach drauflosgeredet, was einen sehr aktiven und engagierten Unterricht geschaffen hat, allerdings manchmal auch ein bisschen undurchsichtig und hektisch war. Außerdem hatten die Schüler dort nicht Doppelstunden wie hier in Deutschland, sondern Einzelstunden: Das wirkte auf uns deutsche Schüler manchmal ein bisschen durcheinander, war aber auch sehr abwechslungsreich und interessant. Da die Schule nur ca. 200 Schüler besuchten (Privatschule), waren die Räumlichkeiten natürlich auch verhältnismäßig klein. Während das in den Klassenzimmern kein Problem war, war es für uns deutsche Schüler in der "Sporthalle" eine Überraschung zu sehen, wie hier in einem Raum, der etwa so groß war wie zwei Klassenzimmer, Sport getrieben wurde. Gegessen wurde in der Kantine, jedoch nicht das Essen der Schule, sondern das Lunch der Gastfamilie. Dort oder auch auf den Gängen wurden wir oft von Schülern aus den unterschiedlichsten Klassenstufen angesprochen und in Gespräche verwickelt, was wir sehr freundlich und offen fanden. Im Großen und Ganzen war der Schulbesuch dort eine neue und interessante Erfahrung: Man konnte sehen, was einem in Russland an der Schule gut gefällt, aber auch merken, was man an deutschen Schulen schätzen kann.
Von Judith Wettengel und Sophie Rauscher

Das Leben in der Familie
Nach der Schule machen wir uns auf den Weg nach Hause, in eine eher kleine Wohnung, die sich in einem der Wohnblöcke befindet. Nichts desto trotz sind viele Wohnungen modern und schön eingerichtet, wobei es andererseits auch alte und traditionelle gibt. Beispielsweise fehlte in einem Badezimmer das Waschbecken, sodass man seine Zähne über der Badewanne putzen musste. Es zeigt sich aber doch ein Unterschied zu den deutschen Wohnverhältnissen, da man einfach viel enger zusammenlebt. Die Familien waren alle sehr gastfreundlich und aufgeschlossen, oftmals wurde man von vielen Katzen, Hunden oder Wellensittichen begrüßt. Zum allgemeinen Familienleben kann man sagen, dass die Eltern oft den ganzen Tag arbeiten und spät nach Hause kommen. Auch die Kinder kommen teilweise spät nach Hause, da sie Extrastunden besuchen. Am Abend gibt es dann warmes Essen, allerdings isst man nicht immer gemeinsam mit der ganzen Familie. Danach gibt es oft noch Tee und Kuchen/Kekse/Pfannkuchen, währenddessen die ganze Zeit der Fernseher läuft, auch morgens beim Frühstück. Insgesamt haben wir uns, trotz der ungewöhnlichen Umstände, sehr wohl und aufgehoben gefühlt.
Von Katharina Braig und Julia Medenjak

Freizeitgestaltung
Die russische Freizeitgestaltung unterscheidet sich nicht besonders von unserer deutschen. Allerdings muss man sagen, dass die russischen Schüler durch viele Hausaufgaben und lange Schultage nicht viel Zeit haben etwas außerhalb zu unternehmen. Des Öfteren treffen sie sich mit ihren Freunden oder gehen einer sportlichen oder kulturellen Tätigkeit nach.
Unsere russischen Austauschschüler zeigten uns ein vielfältiges Freizeitprogramm. Manche spielten Paintball oder gingen Schlittschuh laufen, während andere ein Aquarium oder einen Zirkus besuchten.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich die russischen und deutschen Jugendlichen mehr ähneln, als wir zuvor gedacht hatten.
Von Isabel Buss

Essgewohnheiten
Es gibt viele Unterschiede zwischen unseren und den russischen Essgewohnheiten. Man bekommt beispielsweise erst nach der Hauptmahlzeit, die meist aus Kartoffelpüree und Fleisch bestand, etwas zu trinken.
Wer sagt, dass Engländer viel Tee trinken, war noch nie bei einer russischen Familie. Denn hier wird morgens, mittags, abends Tee getrunken, und ganz besonders Schwarztee. Dazu gab es natürlich etwas zu essen, wie zum Beispiel Schokolade, Kuchen, Gebäck oder Joghurt.
Was uns ebenfalls aufgefallen ist, dass vieles sehr süß ist und alles aufgewärmt wird. Egal ob Saft, Brei oder Kuchen.
Das Vorurteil mit der herzlichen, sorgsamen Oma trifft vollkommen zu, denn bei ihr bekommt man so viel zu essen, um eine ganze Fußballmannschaft versorgen zu können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jede Mahlzeit gut geschmeckt hat, wir nie hungrig den Tisch verlassen mussten und natürlich alles mit Liebe gemacht wurde.
Von Alexandra Hermann und Clara Zoller

In diesen 10 Tagen haben wir unglaublich viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die uns keiner mehr nehmen kann.
Wir haben wundervolle neue Menschen kennengelernt und sind glücklich darüber, bei diesem Austausch mitgemacht zu haben.