Geschichte

Das Schulwesen in Schondorf und das Burg-Gymnasium blicken auf eine lange Tradition zurück. Hier sind die wichtigsten Punkte dieser Geschichte aufgeführt, von dem ersten urkundlichen Beleg eines Schulwesens in Schordorf 1357 über die Einweihung des Gebäudes des heutigen Burg-Gymnasiums 1907 und der Gründung unserer Schule 1974 bis zur Gegenwart.

Von 1357 bis 1907

1357
Erster urkundlicher Beleg eines Schulwesen in Schorndorf.
1533
Schulgebäude der Lateinschule liegt gegenüber der Stadtkirche (heutiges Heimatmuseum).
1557
Der Präzeptor erhält einen Hilfslehrer.
1575
Eine zweite Kollaboratur wird geschaffen.
1634
Nach Stadtbrand und Pest wird die Lateinschule nach Weiler verlegt.
1644
Es gibt wieder einen Präzeptor.
1652
Es gibt es wieder einen Kollaborator.
1650
Daniel Steinbock (Geheimer Rat und Wirt eines Gasthauses) stiftet den Neubau der Lateinschule (nach dem Stadtbrand 1634 am alten Platz).
1699
Zweiter Provisor.
1676
Unterrichtet der Präzeptor 21 Schüler, bereitet drei davon auf Landexamen vor, der Provisor schafft mir 17 Zöglingen die Grundlagen.
1709

Sigmund Wißhack führt 41 Jahre lang des Präzeptorat

Gehalt:
freie Wohnung im Schulhaus, 157 fl, 18 Scheffel Getreide, 4 Eimer Wein, 4 Klafter Eicheholz, ein Krautland zu 5oo Stück, von den Schülern vierteljährlich 10 Kreuzer, jährlich 11 Kreuzer Holzgeld, für Privatlektionen 30 Kreuzer, dazu Accidentien von Hochzeiten, Taufen, Begräbnissen

Viele Schorndorfer Lateinschüler bestehen das Landexamen

Bekannte Schüler:

  • Johann Albrecht Bengel (Pietist und Prälat; 1687 – 1752)
  • Karl Friedrich Reinhardt (Diplomat in französischen Diensten; 1761 – 1837)
  • Ferdinand Heinrich August Weckherlin (Finanzminister König Wilhelms I.; 1767 – 1828)
  • Johann Philipp Palm (Freiheitskämpfer gegen Napoleon; 1776 – 1806)
  • Edwin Hörnle (Zunächst Pfarrer, 1918 Mitglied des Spartakusbundes, bis 1933 KPD Mitglied im Reichstag, führt nach 1945 die Bodenreform in der späteren DDR durch, 1949 Professor; 1883 – 1952) [Stuttgarter Zeitung, 11.12.2008]

1797
Stundenpan der Oberklasse:

  • Montag 1. Stunde Religion, 2. und 3. Latein, 4. Geographie, 5. Latein
  • Dienstag 1. Arithmetik, 2. und 3. Latein, 4. und 5. Latein
  • Mittwoch Argument, zuweilen deutscher Aufsatz
  • Donnerstag wie Dienstag
  • Freitag vormittags Religion, nachmittags Geographie und Latein
  • Samstag wie Mittwoch

1797
Joseph Friedrich Schelling (Vater des Philosophen) ist Dekan und Schulinspektor.
1816
Rund 600 Schüler besuchen die Schorndorfer Schulen, davon ungefähr 100 die Lateinschule in drei Klassen unterrichten ein Präzeptor und zwei Provisoren.
1839
Realabteilung der Lateinschule wird als selbstständige Abteilung geführt.
1869
38 Schüler besuchen die Präzeptorschule, 48 die Collaboraturschule, 26 die Realschule.
1871
Nach der Reichsgründung gibt es im ganzen Reich ähnliche Lehrpläne.
1884
Württemberg passt sich den Rechtschreibregeln an.
1906
Ein Erlass über körperliche Züchtungen wird in Erinnerung gebracht.
1901
Unterricht:

  • 12 Wochenstunden Latein
  • 5 Stunden Griechisch
  • 4 Stunden Französisch
  • 4 Stunden Rechnen/Mathematik
  • 2 Stunden Religion
  • 2 Stunden Deutsch
  • 2 Stunden Geschichte
  • 2 Stunden Geografie/Naturgeschichte
  • 2 Stunden Turnen
  • 1 Stunde Singen
  • 1 Stunde Zeichnen

Bei Spielen sollten die Lehrer darauf achten, dass keine englischen Fremdwörter, z. B. Kicken statt spielen, zur Verwendung kamen

1904
Soll in der Realschule mit Lateinabteilung aufgehen. Sie hat gegenüber der Lateinabteilung viermal mehr Schüler.
1907
Spuckverbotstafeln sollen aufgehängt werden.

Von 1907 bis 1974

1907, 11. April
Einweihung des neuen Schulgebäudes – des heutigen Burg-Gymnasiums - mit Festzug durch die Stadt. Rektor Grötzinger hält die Festrede

Stellvertretender Rektor ist Reallehrer Binz, im 1. Weltkrieg kommissarischer Leiter der Schule, 180 Schüler in 6 Klassen
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das BG um 1907
1908
28 Schüler, darunter 2 Mädchen, legen die erste Abschlussprüfung der Realschule mit Lateinabteilung ab, das "Einjährige"

Die Lateinabteilung erhält erst 1936 eine 6. Klasse und damit die Prüfungsberechtigung zur mittleren Reife
1914
127 Schüler, darunter 4 Mädchen, 14 Schüler in der Oberklasse.
1922
Der Schuljahrsbeginn wird ins Frühjahr verlegt.
1930
Besuchen 72 Schüler die Klassen 1, 14 lernen Latein, davon 2 Mädchen, 41 Jungen und 10 Mädchen beginnen mit Französisch, dazu kommen 7 Wiederholer (5 Knaben und 2 Mädchen).
1933 (September)
Jüdische Lehrer dürfen an der Zeugnisgebung nicht mehr mitarbeiten, bald wird ihnen der Beruf ganz verboten.
1933 (Juli)
Statt „guten Morgen“ heißt es nun „Heil Hitler“
1934
Gehören von 204 Schülern (davon 47 Mädchen) der Klassen I bis IV 198 (darunter alle Mädchen) dem Jungvolk an.
1937
Das Gebäude erhält den Namen „Hindenburgschule“
1937
Die Realschule mit Lateinabteilung ist nun eine Oberschule für Jungen.
1938
Ausbau zur Vollanstalt.
1944
Die Oberschule erhält „auf Kriegsdauer“ den Status einer Vollanstalt (207 Schüler mit nominell 17 und tatsächlich 10 Lehrerstellen)
1944
Bis November fallen von 93 Ehemaligen der Jahre 1935 bis 1940 bereits 23.
1945
Die Verlegung des Cannstatter Krankenhaus ins Schulgebäude verdrängt die Oberschule in die „Horst-Wessel-Schule“ (Künkelinschule).
1945 5. April:
Bomben setzen das Dach des Südflügels in Brand.
1945 Oktober:
Wiederaufnahme des Unterrichts.
1947
Flüchtlinge werden einquartiert, für 470 Schüler bleiben 13 Räume.
1947
Hoover-Schulspeisung läuft an (350 Kalorien kostenfrei oder sehr billig).
1949
580 Schüler mit 23 Lehrern in 15 ordentlichen und 4 behelfsmäßigen Räumen.
1950
Das Gymnasium - wie es nunmehr heißt – hat nun genügend Platz für 680 Schüler (darunter 1/3 Mädchen).
1951
Erste Ausfahrt der Abiturienten ins Kleine Walsertal.
1949
Die Aufnahmeprüfung bringt 125 Schüler in drei neuen Klassen, Schulgeld: 120 DM für Klasse 1 bis 6, 160 DM für die Oberstufe.
1957
Erster internationale Kontakt: Besuch des Schulorchesters aus Chelmsford/Essex.
1958
Durchfallquote von 12%.
1967
Das Schuljahr endet mit den Sommerferien – davor 2 Kurzschuljahre.
1971
Das bestehende Gebäude wird zum Burg-Gymnasium umgebaut. Beginn des neu gegründeten Max-Planck-Gymnasiums
Bild

Seit 1974

1974, 26. August
Der Unterricht im renovierten Gebäude, dem Burg-Gymnasium, beginnt mit 365 Schülern in 11 Klassen, mit 26 Lehrkräften, Schulleiter Herr Freudenberg, Stellvertreter Herr Bar (seit 1975)
Erstes Schullandheim.
1976
Die Schülerzeitung „Burgecho“ erscheint.
1977
Schulpartnerschaft mit dem Collège St. Marie/Tulle, erste Bonnfahrt der Klassen 10.
Klassen bis zu 40 Schülern, von 162 Neuanmeldungen müssen 30 ans MPG abgewiesen werden.
Schulfest
1979
80 Schichtunterricht wegen Raummangels.
1980
Projektwoche
Erstes Abitur am Burg-Gymnasium (31 Schüler/innen).
1981
Einweihung des Erweiterungsbaus mit einem Schulfest.
1984
Erster Austausch mit Mountain Home/Arkansas (Nancy Reed).
1988
Erster Umwelttag mit Bachputzede – Gründung des Freundeskreises.
1991
Russisch als neuer Sprachenzug.
1992
Zusammenarbeit mit Kahla
schulfreier Samstag
Einweihung der neuen Karl-Wahl-Halle
Austausch mit Dmitrov
1993
Einweihung der umgebauten Aula.
1994
Schülerzeitung „Durchblick“ erscheint.
1997
Beginn der besuche des Konzentrationslagers Dachau.
Verabschiedung von Herrn Freudenberg als Schulleiter. Neuer Schulleiter ist Herr Hohloch.
1999
Ausbau von Pausenhof und Neubau.
2001
Turbo-Zug am Burg-Gymnasium – Schulsanitätergruppe wird eingerichtet.
2002
Erster Wettbewerb „Känguru der Mathematik“.
Mittagstisch in der Cafeteria.
Streitschlichter nehmen ihre Arbeit auf.
2003
Herr Krauß wird stellvertretender Schulleiter.
2004
Erster G8-Jahrgang
Austausch mit dem Collège Montgolfier, Paris
„future.forum“
Neues Abitur
2004/05
„Öko-Audit“
2005/06
erste Theaterklasse (Theaterzug) unter Leitung von Wolfgang Kammer
2006
„Schule als Staat“
2007
Schulprofil des Burg-Gymnasiums.
Erweiterung zur Ganztagesschule beginnt.
2008
Geprägt von Bautätigkeit – Schüler und Lehrer renovieren die Klassenzimmer.
2008
Ghana Reise des Ghana-Ak
Burg-Gymnasium wird interessierte UNESCO-Projektschule
2010
Burg-Gymnasium wird mitarbeitende UNESCO-Projektschule

(dt]2010[/dt]

UNESCO-Projekttag „Unser Handeln – unsere Zukunft“
2011
Ghana-Austausch: Schüler unserer Partnerschule aus Tema zu Gast in Schorndorf
2012
Ghana-Austausch: das BG zu Gast bei unserer Partnerschule in Tema
UNESCO-Projekttag "Hinter dem Tellerrand geht es weiter- weltbewusst essen und leben“
Burg-Gymnasium ist anerkannte UNESCO-Projektschule
2013
Fremdevaluation am Burg-Gymnasium
Sponsorenlauf zugunsten unserer Partnerschule (für den BG-Award) in Tema/Ghana
2014
Entscheidung des Schorndorfer Gemeindesrates zum Neubau des Burg-Gymnasiums
April: Ghana-Lehrer-Reise zu unserer Partnerschule
September: Ghana-Lehrergruppe besucht das BG
September: Einführung eines bilingualen Zuges (Englisch) ab Klasse 5
2015
Beginn des Neubaus des Burg-Gymnasiums
Ghana-Austausch: Schüler unserer Partnerschule aus Tema zu Gast in Schorndorf

Quellen

  • Festschrift‚ 10 Jahre Burg-Gymnasium Schorndorf 1974 – 1984
  • Festschrift‚ 25 Jahre Burggymnasium Schorndorf
  • Archiv des Burg-Gymnasiums