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Rotarypreis für Eva Weidelener

  • Mittwoch, 22. Juli 2026
  • Denis Prziwara, Michael Oelschlegel

Zugehörige Gruppen

  • Schulgemeinschaft
  • UNESCO

Bei der 31. Rotary-Schülerpreisverleihung im Burg-Gymnasium wurden neben Eva Weidelener vom BG 7 weitere Schülerinnen und Schüler aus Schorndorf für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Dabei wurde der selbstlose Einsatz der Jugendlichen und die Bedeutung des Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gewürdigt.

Rotarypreis für Eva Weidelener

Um die Verdienste von Eva Weidelener zu würdigen, eignet sich am besten die Laudatio ihres Tutors und Lehrers Denis Prziwara - hier also der Wortlaut der Rede:

Liebe Gäste, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Mitglieder des Rotary Clubs, liebe Kolleginnen und Kollegen,lieber Herr Hornikel, lieber Herr Vornhusen

es ist mir eine große Freude und Ehre, heute eine Schülerin würdigen zu dürfen, die ich in den vergangenen Jahren als Tutor, SMV-Lehrer und Englisch-Lehrer begleiten durfte. Diese Schülerin ist Eva Weidelener vom Burg-Gymnasium.

Wenn man sich Evas Abiturzeugnis anschaut, fällt vor allem eines auf: sehr viele hervorragende Leistungen. Tatsächlich gibt es aber ein Fach, das – zumindest im Vergleich zu den anderen – etwas aus der Reihe fällt: Englisch. Ausgerechnet mein Fach, das ich bei ihr unterrichtet habe.

Liebe Eva, ich möchte mit deinen Leistungen im Fach Englisch in diese Rede einsteigen. Nicht, weil sie deine besten waren, sondern weil sie so viel Positives über dich aussagen.

Im Englischunterricht hast du keine Gelegenheit verstreichen lassen, dich weiterzuentwickeln, auch wenn es für dich in diesem Fach eine besondere Herausforderung war. Du hast konsequent nach Feedback gefragt, deine Klausuren kritisch reflektiert, meine Hinweise aufgenommen und versucht, sie beim nächsten Mal umzusetzen. Ob im Unterricht, in Diskussionen oder bei kreativen Aufgaben – du hast dich nie mit dem erstbesten Ergebnis zufriedengegeben. Du hast gezeigt, dass Lernen für dich kein Abarbeiten von Aufgaben war; und das, obwohl es Englisch war.

Besonders beeindruckend war für mich, wie du in der Kommunikationsprüfung noch einmal über dich hinausgewachsen bist. Jetzt kann ich es ja sagen: Dir wurde eine durchaus schwierige Prüfung zugelost. Mir ist in diesem Moment das Herz in die Hose gerutscht. Aber du hast diese Aufgabe mit Bravour gemeistert.

Schülerinnen und Schüler wie dich verbinde ich deshalb gerne mit folgendem Zitat, das einige von Ihnen vielleicht kennen:

"Hard work beats talent when talent doesn't work hard."

(Harte Arbeit schlägt Talent, wenn Talent nicht bereit ist, hart zu arbeiten.)

Und genau das beschreibt dich ziemlich gut. Deine Leistungen waren nicht einfach das Ergebnis von Talent – auf dem sich so mancher Schüler hin und wieder ausruht. Sie waren das Ergebnis von Talent, kombiniert mit außergewöhnlichem Fleiß, Ausdauer und dem festen Willen, jeden Tag ein kleines Stück besser zu werden.

So, genug von Englisch. Damit habe ich dich jetzt zwei Jahre lang genervt. Deine weiteren Leistungskurse waren Geschichte und Deutsch, aber auch in Fächern wie Gemeinschaftskunde oder Religion fiel dein Name immer wieder in Gesprächen im Lehrerzimmer.

Da hieß es oft: Eva hat solch ein Gespür für Literatur. Solch ein differenziertes historisches Urteilsvermögen. Und vor allem: solch eine ethische Sensibilität, sich für die weniger Begünstigten unserer Gesellschaft einzusetzen.

Letzteres – also der Einsatz für die weniger Begünstigten – hast du im SoR-AK (Schule ohne Rassismus-Arbeitskreis) in zahlreichen Aktionen unter Beweis gestellt. Du warst Leiterin des SoR-AKs, bevor ich überhaupt an der Schule war. Hier haben sich eure Projekte in den vergangenen Jahren von Pausenaktionen zu ganzen Aktionswochen entwickelt.

Mit diesen Aktionen habt ihr immer wieder den Finger in die Wunde gelegt.

Ein Beispiel dafür sind die alltäglichen Benachteiligungen von Frauen. Denn für dich, Eva, lagen gesellschaftliche Missstände nie nur in anderen Ländern oder in Geschichtsbüchern, sondern immer auch im Hier und Jetzt – also vor unserer eigenen Haustür.

Jahr für Jahr hast du diese Themen am Weltfrauentag an unserer Schule aufgegriffen. Bis heute fordert euer SoR-AK kostenfreie Periodenartikel auf Schultoiletten. Das sind Themen, die für so manchen Schüler – und auch für so manchen Mann – unverständlich oder unangenehm sind. Aber du sprichst sie an.

Dem World-AIDS-Tag habt ihr eine ganze Woche gewidmet. Hier habt ihr Kondome in der Schule verteilt und Infostände zu HIV und AIDS aufgestellt.

Manche eurer Projekte blieben für viele unsichtbar. So habt ihr für die VKL-Schüler:innen eine Stadtrallye organisiert. Für viele Jugendliche aus der Ukraine, Afghanistan oder Syrien war das ein erstes Zeichen: Ihr seid hier in Schorndorf willkommen. Großen Applaus habt ihr dafür nie gebraucht.

Die Liste könnte hier noch lange weitergehen – von den Aktionen zum Pride Month über den Gedenktag zur Weißen Rose bis hin zur Woche des Respekts.

All diese Aktionen liefen über den SoR-AK, in dem du die Leitung innehattest. Ich weiß, dass du das Lob mit deinen AK-Mitgliedern teilen willst, aber ich muss herausstellen, dass du bei all diesen Aktionen federführend warst.

Nichtsdestotrotz; diese kleine Aufzählung wird deinem Engagement überhaupt nicht gerecht, aber sie soll immerhin einen Einblick in dein Wirken für die Schulgemeinschaft geben.

Um Schülerinnen und Schülern wie dir gerecht zu werden, haben wir uns in der SMV etwas Besonderes überlegt. Vor zwei Jahren haben wir unsere SMV-Satzung überarbeitet. Dabei ist uns aufgefallen, dass du damals – wie viele andere AK-Leiterinnen und AK-Leiter – weder Klassen- noch Kurssprecherin warst und deshalb im Schülerrat gar keine Stimme hattest.

Und genau das fanden wir falsch.

Denn oft sind es gerade die Stillen, die eine Schule prägen. Diejenigen, die Verantwortung übernehmen, statt sich in den Vordergrund zu drängen.

Deshalb haben wir einen neuen Paragraphen geschaffen. Er gibt engagierten AK-Mitgliedern und AK-Leitungen, wie dir, ein Mitgestaltungsrecht im Schülerrat.

Denn wir wollten euch damit eines zeigen: Wir sehen, was ihr macht. Wir wollen und brauchen eure Erfahrung.

Abschließend möchte ich noch einmal herausstellen, dass es nicht reicht, einfach nur sehr gute Schulnoten zu haben, um für den Rotary-Preis vorgeschlagen zu werden. Für solch einen Preis braucht man echte Haltung: Also Neugier, Disziplin, Kreativität und den festen Willen, etwas zu verändern. Für dich, Eva, ist Engagement kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Eine Entscheidung für andere, eine Entscheidung für Verantwortung, eine Entscheidung für das Miteinander.

Und genau deshalb erhältst du heute den Rotary-Preis.

Im Namen des Burg-Gymnasiums und der gesamten Schulgemeinschaft gratuliere ich dir und wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Weg.

Herzlichen Glückwunsch!

Denis Prziwara

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